Everest Base Camp Trek: Vorbereitung und Ausrüstung
Mit einer Höhe von 5.364 Metern ist das Everest Base Camp nichts für schwache Beine. Doch die Anstrengung wird mit einzigartigen Blicken auf die umliegenden Gipfel belohnt.
Du hast dich dafür entschieden, den Everest Base Camp Trek in Nepal zu wandern – und damit alles richtig gemacht! Für ein unvergessliches Abenteuer im Himalaya sind die richtige Vorbereitung und passende Ausrüstung entscheidend. Ich habe ein paar Tipps für dich.
Keine Zeit zu verlieren? Dann springe hier direkt zur interaktiven Checkliste zum Abhaken!
Die Schönheit Nepals begleitet uns auf Schritt und Tritt durch eine atemberaubende Landschaft, die von den gewaltigen Gipfeln des Himalayas umringt ist. Eine ausgedehnte Wanderung ist eine fantastische Möglichkeit, um diese wunderbare Region so intensiv wie möglich zu erleben. Sie verlangt dem Körper aber auch einiges ab und will gut vorbereitet sein – erst recht, wenn es über den Everest Base Camp Trek zum Fuß des höchsten Berges der Welt geht.
Ein Hinweis vorab: In diesem Beitrag gebe ich Produktempfehlungen, die auf meinen eigenen Erfahrungen und Vorlieben basieren. Ich erhalte dafür keine finanzielle Vergütung. Mit den Verlinkungen auf die jeweiligen Hersteller und Produkte möchte ich dir einen schnelleren Zugang zu ausführlicheren Infos ermöglichen.
Das Training
Ich erinnere mich noch gut an die kräftezehrende Etappe von Namche Bazar nach Tengboche, deren Steigung es in sich hat. Vom Ufer des Phungi Tenga aus geht es etwa zwei Stunden lang stetig bergauf. Spätestens an dieser Stelle des Everest Base Camp Trek wird deutlich, weshalb eine gute Ausdauer und ausreichend Dampf in den Beinen zu den körperlichen Grundvoraussetzungen gehören.
Zugegeben – stellenweise habe ich die Auswirkungen unterschätzt, die Terrain und Höhe auf meinen Körper haben. Trotz solider Fitness bin ich hier und da ganz schön ins Straucheln geraten. Wer jetzt aber schon panisch sein Kleingeld zusammenkratzt, um kurz vor der Reise noch eine teure Höhensimulation absolvieren zu können, den kann ich beruhigen:
Beginne frühzeitig mit regelmäßigem Ausdauer- und gezieltem Kraftsport,
plane ausreichend Zeit für die Akklimatisierung ein,
steige in deinem eigenen Wohlfühltempo auf
und achte auf regelmäßiges Essen (Kohlenhydrate!) und Trinken.
Dann hast du auf dem Everest Base Camp Trek nichts zu befürchten.
Guter Sonnenschutz ist eine der wichtigsten Voraussetzungen, um auf dem Everest Base Camp Trek munter zu bleiben. Cap, polarisierte Sonnenbrille und Buff gehören daher ins Gepäck.
Was mich betrifft: Ich habe mich etwa ein halbes Jahr vor der Abreise auf ausgewogenes Ausdauer- und Krafttraining konzentriert. Zwei bis drei Mal die Woche bin ich jeweils 8-10 Kilometer gelaufen oder habe für etwas längere Strecken auf das Rennrad gestiegen. Diese Kombination erwies sich als sinnvoll, womöglich aufgrund der unterschiedlichen Belastungsbereiche. Die Aufprallkräfte auf die Gelenke beim Laufen sind relativ hoch, beim Radfahren gering. So konnte ich auch effizient trainieren, wenn die Fußgelenke oder Sehnen vom Laufen mal angeschlagen waren. Beim Kraftsport habe ich auf die Basics gesetzt: Kniebeugen, Kreuzheben, Liegestütze, Planks und Sit-ups. Und das Dehnen nicht vergessen!
Natürlich standen auch mehrtägige Wanderungen auf dem Programm. Leider bewegen sich die Höhenmeter hier im Rheinland eher im zweistelligen Bereich. Ich habe mich also dazu entschlossen, vor meiner Nepal-Reise ein langes Wochenende in Bayern zu verbringen. Gute Entscheidung: Die Zugspitze über das Reintal zu erklimmen, ist eine Top-Vorbereitung auf die muskulären Belastungen im Himalaya. Mir hat dieser Kurztrip enorm geholfen, um Defizite in meinem Training zu identifizieren und anschließend an den richtigen Stellschrauben zu drehen.
Meine Trainingsfortschritte habe ich übrigens mit einer speziellen Sportuhr verfolgt – sowohl in der Vorbereitung als auch während meiner Reise in Nepal trug ich ein Modell der Polar Grit X Serie am Handgelenk. Damit konnte ich immer beobachten, ob meine Herzfrequenz in dem für das Ausdauertraining idealen Bereich liegt. Für die Nerds: Das sind in der Regel 70 bis 80 Prozent der maximalen Herzfrequenz, ein gängiger Richtwert sind 133 bis 152 Schläge pro Minute. Außerdem integriert die Grit X ein Barometer, das Angaben zu Höhe, Steigung, Gefälle, Auf- und Abstieg macht. So konnte ich während der einzelnen Etappen jederzeit messen, auf welcher Höhe ich mich befand.
Die (notwendige) Ausrüstung
Für mich war der Everest Base Camp Trek die erste hochalpine Fernwanderung, die ich je unternommen habe. Ich wollte als Einsteiger daher keinesfalls ohne die angemessene Ausrüstung abreisen. Ich studierte Packliste um Packliste und sog Tipps und Erfahrungsberichte auf wie ein Schwamm. Das Ergebnis: Ich quoll fast über vor Eindrücken, noch bevor ich meine Wohnung verlassen hatte.
Heute kann ich guten Gewissens schreiben: Es reicht völlig aus, sich auf das Wesentliche zu beschränken. Das gilt vor allem für diejenigen, die – wie ich es gemacht habe – eine geführte Tour mit der Unterstützung von Trägern planen. In der folgenden Liste gehe ich auf die einzelnen Ausrüstungsgegenstände sowie deren Bedeutung und Besonderheiten ein. Gleich darunter befindet sich die Kurzfassung als interaktive Checkliste.
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Eine robuste, wasserdichte Duffelbag gehört zu den Basics. Darin transportieren die Träger das Hauptgepäck, das während der täglichen Etappen nicht benötigt wird. Das flexible Material ermöglicht es ihnen, die Taschen einfacher auf dem Rücken von Yaks zu montieren oder selbst mit einem Stirnriemen zu tragen. Ein Koffer wäre dafür viel zu unpraktisch.
Ich habe mir zu diesem Zweck die North Face Base Camp Duffel (Größe L) zugelegt. Aus meiner Sicht genügt deren Volumen von 95 Litern vollkommen. Wer mit einem leichten Daunenschlafsack unterwegs ist, kommt sicher auch mit weniger aus.
Hinweis: Es ist zwar erstaunlich, welche enormen Mengen die Nepalesen im Hochgebirge tragen können. Dennoch gilt es, möglichst effizient zu packen, um die Träger und Tiere zu schonen. Versuche daher unbedingt, das Gewicht der Duffelbag auf etwa 10 Kilogramm zu limitieren. Auch beim Flug von Kathmandu nach Lukla sind offiziell lediglich 15 Kilogramm Gesamtgewicht (10 kg Duffel, 5 kg Rucksack) erlaubt - vor Ort wird aber auch mal ein Auge zugedrückt.
Beim Tagesrucksack ist ein Volumen von 25 bis 35 Litern ausreichend. Der Everest Base Camp Trek verläuft entlang zahlreicher Lodges und kleinerer Teehäuser, die jeweils auch kalorische Speisen und Getränke anbieten. Platz für Verpflegung darf und sollte sich also auf kleinere Snacks wie Schokoriegel oder Nüsse beschränken.
Mit dem Mammut Ducan Spine habe ich seit Jahren einen durchweg komfortablen Begleiter auf dem Rücken. Das Packvolumen reicht von 28 bis 35 Litern: Über Kompressionsriemen kann es variabel angepasst werden, sodass der Rucksack auch bei geringerer Beladung nicht “herumwackelt”.
Der Schlafsack ist einer der wichtigsten Gegenstände auf dem Everest Base Camp Trek. Die Nächte insbesondere in den höher gelegenen Lodges können zu jeder Jahreszeit bitterkalt werden – und nichts schafft mehr Komfort und Erholung nach einer anstrengenden Etappe als eine gute Portion Schlaf in einem warmen Nest.
Um auf der sicheren Seite zu sein, sollte der Schlafsack bei Tiefstwerten von -10 °C bequem warm halten. Ich war mit meinem Mammut Nordic OTI Winter (Update: leider nicht mehr erhältlich) unterwegs, der mich bereits bei Wintertouren in Deutschland verlässlich begleitet hatte. Allein das relativ hohe Packmaß bedingte, dass ich an anderer Stelle Abstriche machen musste.
Tipp: Für den Everest Base Camp Trek ist es keinesfalls nötig, vorab viel Geld für einen eigenen Schlafsack auszugeben. Viele Reiseveranstalter und Geschäfte in Kathmandu verleihen leichte Daunenschlafsäcke gegen eine relativ geringe Gebühr. Wer Bedenken hinsichtlich der Hygiene hat, besorgt sich einfach einen leichten Hüttenschlafsack als Zwischenschicht.
Wanderstöcke können eine sinnvolle Investition sein – vor allem, wenn du auf längeren Strecken schon mal mit Knieproblemen zu kämpfen hattest. Konzentriere dich beim Kauf auf Teleskopstöcke oder faltbare Modelle, die während der Tour (und an den Flughäfen) leicht verstaut werden können. Ich empfehle die LEKI Makalu FX Carbon, die mit knapp 250 Gramm kein nennenswertes Zusatzgewicht verursachen.
Hinweis: Ich habe vor allem in den Geröllfeldern ab und um Gorak Shep viele Wanderer gesehen, die mit ihren Stöcken an den Felsen und Steinen abgerutscht sind. Packe dir daher unbedingt ein paar Gummi-Aufsätze in die Tasche, um dir an den Felsen besseren Halt zu verschaffen.
Man kann es nicht häufig genug erwähnen: Ausreichendes Trinken (täglich mindestens 3-4 Liter) ist auf dem Everest Base Camp Trek unerlässlich. Ich hatte eine Trinkblase im Rucksack, konkret das Modell Osprey Hydraulics mit 2,5 Liter Volumen. Ich fand es sehr bequem, regelmäßig trinken zu können, ohne den Rucksack abnehmen oder eine Flasche herausholen zu müssen – besonders bei steilen Anstiegen. Eine zusätzliche Flasche mit 1,5 Liter Volumen hatte ich trotzdem noch dabei.
Hinweis: Vor allem in den ersten Etappen ist es nicht unbedingt notwendig, von Beginn an große Mengen an Wasser mitzuschleppen. Auf dem Everest Base Camp Trek habt ihr eigentlich immer die Möglichkeit, euren Vorrat aufzufüllen – die vielen Teehäuser entlang der Wege verkaufen auch abgefülltes Wasser. Allerdings gilt: Umso höher die Lage, desto seltener die Einkehrmöglichkeiten und teurer die angebotenen Produkte. Achtet also auf jeden Fall auf die Empfehlungen eures Guides, was die tägliche Rationierung betrifft.
Eine Stirnlampe weist dir den Weg, wenn die Tour in den frühen, noch dunklen Morgenstunden startet. Und auch den Weg zur Toilette, wenn es dich nachts mal aus dem Schlafsack ziehen sollte. Nicht immer sind die Gänge und Toilettenkabinen in den Lodges beleuchtet.
Um deine Elektronik immer und unabhängig mit ausreichend Strom versorgen zu können, solltest du ein bis zwei leistungsfähige Powerbanks mitnehmen. Die Chancen stehen nämlich nicht schlecht, dass in den höhergelegenen Orten nachts der Strom ausgeht. Mein Tipp: Mindestens eine Powerbank mit 20.000 mAh einpacken – sie wiegt zwar etwas, aber dafür hält sie den größten Teil des Treks durch.
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Natürlich steht der Reisepass ganz oben auf der Liste, wenn es um erforderliche Papiere geht. Für alle Fälle hast du am besten auch eine Kopie dabei.
Darüber hinaus gibt es eine Reihe spezieller Dokumente, die für den Everest Base Camp Trek benötigt werden.
Visum: Vor oder bei der Einreise nach Nepal musst du ein Visum für den Aufenthaltszeitraum beantragen. In der Ankunftshalle des Tribhuvan International Airport in Kathmandu gibt es inzwischen Automaten, an denen du deinen Reisepass selber einscannen, die für das Visum benötigten Informationen eingeben und dank integrierter Webcam ein Foto machen kannst. Trotzdem musst du dich anschließend noch am Schalter für die Passkontrolle und Visa-Ausstellung anstellen, um die Gebühr zu bezahlen sowie das ausgefüllte Einreise-Formular abzugeben. Für 15 Tage Aufenthalt kostet dich das Visum umgerechnet knapp 25 Euro, für 30 Tage sind es 45. Die Gebühren sind in nepalesischen Rupien zum Tageswechselkurs zu bezahlen.
Je nach dem, wie viele Flieger gleichzeitig in Kathmandu ankommen, kann es sich an den Schaltern ziemlich stauen. Mit ausreichend Vorlaufzeit kannst du das Visum vorab auch online bei der nepalesischen Botschaft beantragen.
Trekkingpermit: In Monjo, am Tor zum Sagarmatha National Park, musst du eine Eintrittserlaubnis erwerben. Ganz konkret handelt es sich um die Sagarmatha National Park Entry Permit und die Khumbu Pasang Lhamu Rural Municipality Tourism Fee. Dafür werden jeweils 3.000 Nepalesische Rupien fällig, was insgesamt etwa 40 Euro entspricht. Auch hier ist es notwendig, den Reisepass vorzuzeigen. Verstaue ihn also unbedingt immer griffbereit im Tagesrucksack.
Reiseversicherung: Wenn du eine geführte Tour unternimmst, wird dir üblicherweise direkt vom Veranstalter eine passende Reiseversicherung empfohlen. Falls nicht: Achte darauf, dass die Police eine Höhe von mindestens 5.500 Metern abdeckt, eine Hubschrauberrettung einschließt und medizinische Behandlung und Rücktransport umfasst.
Bargeld: Die Infrastruktur auf dem Everest Base Camp Trek ist nicht unbedingt auf Kartenzahlungen ausgelegt - und umso höher du dich befindest, desto unwahrscheinlicher wird es, dass du elektronisch bezahlen kannst. Ich empfehle dir, direkt in Kathmandu ausreichend Bargeld abzuheben. Notfalls findest du aber auch in Lukla und Namche Bazar noch einen Geldautomaten. Rechne mit etwa 25 Euro täglich bei einer geführten Tour und etwa 40 Euro bei einer selbstorganisierten Reise.
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Wer lange wandert, brauch gute Schuhe. Aufgrund des teilweise steinigen Geländes auf dem Everest Base Camp Trek sind Bergstiefel empfohlen, die folgende Eigenschaften mitbringen:
Hoher, gepolsterter, über den Knöchel reichender Schaft
Rutschfeste Profilgummisohle
Effektive Dämpfung
Geröllschutzrand
Fein justierbare Schnürung
Wasserdicht
Soweit das Lehrbuch. Tatsächlich sind mir auch viele Wanderer begegnet, die mit Trailrunning-Schuhen unterwegs waren. Im Nachgang würde ich persönlich davon abraten – die Gefahr, umzuknicken und sich durch eine Knöchelverletzung die Reise zu versauen, ist einfach zu hoch. Der Mammut Ducan High GTX (knapp 530 Gramm) ist ein guter Kompromiss für alle, die auf leichte Schuhe setzen möchten, ohne dabei auf die oben genannten Features verzichten zu müssen. Doch für welchen Schuh du dich auch entscheidest: Laufe ihn unbedingt vernünftig ein – idealerweise schon einige Monate, bevor du aufbrichst.
Hinweis: Leichte Laufschuhe hatte ich trotzdem dabei, um in Kathmandu und während des (Rück-)Fluges eine kurze Auszeit von meinen Bergstiefeln nehmen zu können.
Auf dem Everest Base Camp Trek bist du täglich für mehrere Stunden in Bewegung. Ähnlich wie die Schuhe sind also auch alle weiteren Kleidungsstücke von großer Bedeutung für deinen Komfort während der Reise. Aber: Komfort ist individuell. Während die einen um 0 °C noch mit kurzer Trekkingshorts unterwegs sind, tragen die anderen bereits eine mit Daunen gefütterte Winterhose. Ich ordne mich keinem der beiden Extreme zu, kann also – denke ich – eine angemessene Orientierung für “durchschnittliche” Wander:innen abgeben.
Hinweis: Ich bin 1,92 Meter groß und wog bei Antritt der Reise etwa 95 Kilogramm.
Hosen
Eine sehr leichte Hose für den Flug und Aufenthalt in Kathmandu: In der Hauptstadt herrschen während der Trekkingsaison (Frühling und Herbst) Temperaturen bis über 30 Grad. Eine gute Wahl war für mich die Patagonia Terrebonne Lightweight (Größe L), die komprimiert auch noch in die vollste Tasche passt.
Eine leichte, atmungsaktive Stretchhose für den Touren-Alltag: Mir war es besonders wichtig, dass die Hose gut und sportlich sitzt. Sprich, mir Bewegungsfreiheit verschafft, ohne an den Beinen zu schlabbern. Ich vertraue schon seit Langem auf Fjällräven, was Trekkinghosen betrifft – in diesem Fall auf die Keb Agile (Größe 52). Trocknet schnell und ist dank G-1000-Material strapazierfähig.
Eine warme, gefütterte Softshellhose für höhere Lagen: Häufig habe ich die Winterversion der Keb Agile (Größe 52) auf dem Everest Base Camp Trek nicht gebraucht. In Gorak Shep, einer der letzten Stationen der Reise, war ich aber froh, diese wärmere und dickere Variante im Gepäck zu haben.
Eine Regenhose zum Überziehen: Auch in den im Vergleich zur Monsunzeit trockenen Trekking-Perioden kann es plötzlich stark regnen oder sogar schneien. Nässe in Kombination mit kaltem Wind kann dir gehörig den Tag vermiesen – eine zusätzliche Regenhose schützt dich verlässlich vor beidem. Decathlon hat eine große Auswahl in diversen Preisklassen. Ich habe mich für dieses Exemplar (Größe 52) entschieden.
Eine gemütliche Hose für die Teehäuser: Es ist wahnsinnig dankbar, die Trekkinghose am Abend gegen eine frische, kuschelige Fleecehose zu tauschen. Must have.
Shirts und Jacken
Das altbewährte Zwiebelprinzip ist die beste Methode, um dich an wechselnde Temperaturen und Wetterbedingungen anzupassen. Morgens und abends kann es im Hochgebirge Nepals eisig sein, während du tagsüber in der Sonne im T-Shirt wandern kannst. Beim Aufstieg wird dir schnell warm, beim Pausieren oder Abstieg wieder kalt.
Hinweis: Packe deinen Tagesrucksack so, dass du möglichst schnell auf die einzelnen Schichten zugreifen kannst.
Zwei kurzärmlige, atmungsaktive T-Shirts
Zwei langärmlige, atmungsaktive Shirts
Setze in beiden Fällen auf Funktionsshirts, die für sportliche Aktivitäten geeignet sind, schnell trocknen und im besten Fall geruchsresistent sind.
Eine Fleecejacke: Absoluter Allrounder, der sich sowohl während der Touren als auch abends in der Lodge bewährt. Fleece ist leicht, aber isoliert gut - perfekt also, wenn du zwischendurch etwas Warmes zum Überziehen brauchst, ohne deinen Rucksack unnötig zu beschweren. Für mich stellt die Mammut Innominata Light ML die beste Option dar, da sie eng, aber bequem anliegt und damit auch problemlos unter der Daunen- oder Regenjacke getragen werden kann. Zudem trocknet sie schnell, nimmt kaum Gerüche auf und ist atmungsaktiv.
Eine Daunenjacke: In Bewegung weniger relevant, dafür umso mehr während der Pausen in höheren Lagen oder in den Morgen- und Abendstunden. Sie sorgt in erster Linie dafür, dass du in diesen Momenten nicht auskühlst - und ist dabei sogar noch leicht und gut zu komprimieren. In meinem Schrank hängt seit Jahren die Frost Down Hood Jacket von Peak Performance.
Eine Regenjacke: Trekking im Regen ist immer noch besser als drinbleiben - vorausgesetzt, du hast die richtige Regenjacke an. Sie ist deine wichtigste Schutzsschicht gegen Nässe und Wind in der Höhe. Daher solltest du auch darauf achten, dass sie mindestens eine 20.000 Millimeter Wassersäule mitbringt, damit du gegen potenziell starken Regen gewappnet bist. Auch sollte sie unbedingt atmungsaktiv sein - ansonsten staut sich die Feuchtigkeit und du wirst du von innen genauso nass wie von außen. Der sogenannte RET-Wert (Resistance to Evaporating Heat Transfer) gibt Auskunft darüber und kann dir als Orientierung dienen: RET < 6 = sehr atmungsaktiv, RET 6-13 = gut, alles über 20 = schwach atmungsaktiv. Meine Wahl: Die Kaise Gore Tex Jacket von Haglöfs (Größe L, Wassersäule: 28.000 mm, RET: 13).
Unterwäsche und Socken
Die Wahl der richtigen Unterwäsche und Socken wird beim Trekking oft unterschätzt, ist aber entscheidend für Komfort und Hygiene. Auf dem Everest Base Camp Trek wanderst du viele Stunden und hast keine Waschmöglichkeiten wie Zuhause. Es lohnt sich daher, bewusst zu wählen und in Merinowolle zu investieren. Das Material ist weich, geruchsresistent und trocknet schnell. Darüber hinaus ist es temperaturregulierend – also warm bei Kälte und kühl bei Wärme. Das macht es ideal für eine mehrtägige Nutzung.
Ich hatte insgesamt vier Merino-Unterhosen von Merino Protect dabei – und damit ausreichend Backup zum Wechseln.
Genauso viele paar Merino-Socken von Smartwool landeten in meinem Gepäck, wobei ich mir eines für den Rückflug nach Deutschland aufsparte. Aus Rücksicht, sozusagen.
Lange Merino-Unterwäsche bringt dich warm durch die Nacht und kann in den höheren, kälteren Lagen des Treks als zusätzliche Schicht unter der Hose getragen werden. Dieses Set von Danish Endurance (in meinem Fall Größe XL) ist eine gute und kostengünstige Alternative zu den großen Top-Marken.
Sonstiges
Sonnenbrille: In großen Höhen ist die UV-Strahlung weitaus stärker als auf Meereshöhe. An sich reicht zwar eine “normale” Sonnebrille aus, die du auch im Alltag trägst. Noch angenehmer ist jedoch eine polarisierte Variante, die das grelle, reflektierte Licht filtert und die Blendung reduziert. Zur Orientierung: Filterkategorie 3 (8-18 Prozent Lichtdurchlässigkeit) ist ideal für Berg und Gletscher. An sehr sonnigen Tagen hatte ich die Heron Mountain von Vallon auf der Nase, die meiste Zeit aber meine Alltagsbrille.
Buff: Dabei handelt es sich um einen nahtlosen, feinen Schlauchschal, den du über Mund, Nase und Ohren ziehen kannst. Er schützt dich vor Wind und kalter Luft - und filtert gleichzeitig den auf besonders trockenen Abschnitten aufgewirbelten Staub, der Halsschmerzen und Husten verursachen kann. Dieses Teil ist unverzichtbar. Ich hatte ein Buff aus Merinowolle dabei, empfehle aber ein zweites zum Wechseln.
Handschuhe: Ohne Handschuhe riskierst du in den höheren Lagen kalte, steife Hände - und das kann unterwegs richtig unangenehm werden. Beantworte dir die Frage, wie empfindlich du an den Händen bist und entscheide dich dann für ein angemessenes Paar. Ich persönlich hatte direkt zwei dabei - die North Face Etip für mildere Temperaturen und die Arcteryx Alpha SL (leider nicht mehr im Sortiment) für sehr nasse, windige und kalte Etappen.
Mütze: Mein Guide hat mir schon ab Tengboche empfohlen, eine Mütze auch nachts zu tragen. Der Grund: Selbst in einem guten Schlafsack verlierst du ohne Kopfbedeckung schnell Körperwärme. Gerade der Kopf bleibt oft nicht gut isoliert, besonders wenn du dich im Schlaf bewegst oder der Schlafsack rutscht. Ohne Mütze wachst du möglicherweise frierend auf und verbrauchst schon wichtige Energie, noch bevor du aus dem Bett gestiegen bist.
Cap: Schützt den Kopf und das Gesicht vor der Sonne. Und verstaut Haare, die einige Tage am Stück kein Wasser gesehen haben.
Hüttenschuhe: Wenn du nach einem langen und anstrengenden Wandertag die Lodge erreichst, möchtest du den Abend nicht in deinen Trekkingstiefeln verbringen. Nimm dir daher ein paar gefütterte Hüttenschuhe mit, in denen auch deine Füße eine wohlverdiente Pause einlegen können. Die Nykroppa Slippers von Stoic sind extrem leicht, sehr warm und dabei nicht mal besonders teuer.
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Vielleicht stellst auch du dir die Frage, wie du mit einer möglicherweise auftretenden Höhenkrankheit umgehen sollst. Ich habe mich sogar mit meinem Hausarzt darüber unterhalten, der mehrere Jahre in Nepal praktiziert hat. Ziemlich schnell kamen wir zu dem Ergebnis, dass der effektivste Weg, um der Höhenkrankheit entgegenzuwirken, eine sanfte und stufenweise Akklimatisierung ist. Und heute kann ich bestätigen: Den eigenen Körper zu kennen und dessen Grenzen und Bedarfe zu respektieren, ist in der Regel Vorbeugung genug. Dazu zählen auch regelmäßiges Essen und Trinken sowie ein rascher Abstieg, wenn dich starke Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit und Übelkeit plagen. Vereinbare vor deiner Reise aber unbedingt ein Beratungsgespräch, wenn du dir dennoch unsicher sein solltest.
Was du indes nur schwer wirst vermeiden können, sind kleinere Magenbeschwerden. Durchfall ist sehr wahrscheinlich ein Thema, mit dem du konfrontiert wirst. Aber keine Sorge: In der Regel bleibt es dabei und glücklicherweise lässt sich “Montezumas Rache” mit ein paar ausgewählten Medikamenten gut behandeln.
Nimm dir deshalb genügend Zeit, um dir deine persönliche Reiseapotheke zusammenzustellen. So bist du für alle Unwägbarkeiten gewappnet. Zur Orientierung:
Ibuprofen gegen Kopfschmerzen
Imodium akut gegen Durchfall
Elektrolyte gegen Dehydrierung
Buscopan gegen Magenkrämpfe
Antiemetika (z.B. Vomex) gegen Übelkeit und Erbrechen
Grippostad gegen Erkältungssymptome
Halstabletten oder Hustenbonbons
(Blasen-)Pflaster
Desinfektionsspray
Ohropax
Darüber hinaus ergibt es Sinn, sich ein Erste-Hilfe-Set speziell für Trekkingreisen zu besorgen. In der Regel sind diese mit den wichtigsten Basics (Verbände, Pinzette, Rettungsdecke, etc.) ausgestattet - Medikamente natürlich ausgenommen.
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Tja, das Thema Hygiene. Kurz gesagt: Wer ohne warme Dusche am Morgen nicht in die Gänge kommt, sollte sich das mit dem Everest Base Camp Trek noch mal überlegen. Hier ist ein kleiner Überblick darüber, was dich erwartet – und worauf du vorbereitet sein solltest.
Duschen: Je höher du steigst, desto schwieriger wird es, regelmäßig zu duschen. In den niedriger gelegenen Dörfern wie Lukla oder Namche gibt es oft noch einfache, manchmal sogar warme Duschen. Ab Tengboche wird warmes Wasser jedoch rar und meist teuer.
Sanitäre Einrichtungen: Die Toiletten auf dem Everest Base Camp Trek sind mittlerweile zwar meist westlich, aber einfach. Stellenweise findest du auch Plumpsklos vor, die du mit einer Schüssel Wasser spülst. Toilettenpapier und Seife musst du in der Regel selbst mitbringen. Zudem befinden sich die Toiletten in den höher gelegenen Lodges häufig außerhalb des Gebäudes, was in der dunklen, kalten Nacht unangenehm sein kann.
Wasserqualität: Leitungswasser ist auf dem gesamten Trek nicht trinkbar, selbst wenn es klar aussieht. Auch das Wasser zum Zähneputzen sollte abgekocht oder gefiltert sein. Viele Reisende nutzen Wasseraufbereitungstabletten (z.B. Micropur) oder Filterflaschen. Man kann aber auch fast überall Wasser in Flaschen kaufen – was zwar sicherer ist, aber auch teurer mit zunehmender Höhe.
Wäscheplege: Auf dem Everest Base Camp Trek bist du nur mit dem Nötigsten unterwegs. Daher liegt es nahe, gelegentlich ein T-Shirt oder eine Unterhose zu waschen. Allerdings begrüßen das die meisten Lodges nicht gerade, weil sie entweder einen kostenpflichtigen Wäscheservice anbieten (eher in den tiefer gelegenen Orten) oder Wasser sparen möchten. Auch das Trocknen gestaltet sich aufgrund der Temperaturen und der jeweils kurzen Verweildauer an einem Ort schwierig. Mein letzter “Waschtag” fand also in Namche statt.
Neben deinen persönlichen Standards (Deo, Zahnbürste, etc.) empfehle ich dir, den Fokus vor allem auf folgende Dinge zu legen:
Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 50 – die UV-Strahlung ist im Hochgebirge enorm hoch
Lippenbalsam, ebenfalls mit Lichtschutzfaktor
Feuchte Tücher als Duschersatz in der Höhe
Toilettenpapier (1-2 Rollen)
Ökologisch abbaubare Seife, z.B. Dr. Bronners (auch für Kleidung geeignet)
Kleines Fläschchen Desinfektionsgel, vor allem vor dem Essen verwenden
Schnell trocknendes Mikrofaserhandtuch
Feuchtigkeitscreme für Gesicht und Hände – in der Höhe sinkt die Luftfeuchtigkeit rapide
Kleine Wäscheleine, auch zum Trocknen schweißnasser Kleidung
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Bei Einreise aus Deutschland (und allen anderen europäischen Ländern) nach Nepal sind keine Impfungen vorgeschrieben. Auch gilt die Gegend rund um Kathmandu als malariafrei - lediglich in den südlichen Tieflandgebieten nahe der indischen Grenze werden Fälle registriert. In der Everest-Region oberhalb von 2.000 Metern spielt die Tropenkrankheit keine Rolle.
Dennoch solltest du deinen Impfpass nicht einfach ignorieren. Nimm spätestens drei Monate vor Abreise eine Impfberatung in Anspruch, um gegebenenfalls wichtige Standard- und Reiseimpfungen nachzuholen oder zu aktualisieren. Dazu zählen:
Tetanus
Dengue
Hepatitis A und B
Typhus
Tollwut
Die Chancen stehen übrigens nicht schlecht, dass deine (gesetzliche) Krankenkasse die Kosten nahezu vollständig übernimmt. Auf dieser Seite kannst du prüfen, welche Impfungen erstattet werden und welche nicht.
Jetzt weißt du, was auf dem Everest Base Camp Trek auf dich zukommt und welche Ausrüstung du benötigst. Damit den Überblick behältst und nichts vergisst, habe ich eine interaktive Checkliste zusammengestellt. Sie begleitet dich Schritt für Schritt durch die Vorbereitung deines eigenen Abenteuers.
Bereit zum Packen?
Die Checkliste
- Basis-Ausrüstung
- Duffelbag (70-95l)
- Tagesrucksack (25-35l)
- Schlafsack für Temperaturen bis zu -10°C
- Teleskop-Wanderstöcke
- Stirnlampe
- Trinkblase (1,5-2,5l)
- Trinkflasche (1-1,5l)
- Powerbank (20.000 mAh)
- Dokumente (Trekkingpermits werden vor Ort beantragt)
- Gültiger Reisepass
- Ggf. vorab online beantragtes Visum
- Bargeld zum Wechseln in Kathmandu
- Kleidung
- Sehr leichte Hose für Flug und Aufenthalt in Kathmandu
- Leichte, atmungsaktive Stretchhose für Touren-Alltag
- Warme, gefütterte Sofshellhose für höhere Lagen
- Regenhose zum Überziehen
- Gemütliche Hose für Hüttenabende
- 2x kurzärmlige, atmungsaktive T-Shirts
- 2x langärmlige, atmungsaktive Shirts
- Fleecepullover oder -jacke
- Daunenjacke
- Regenjacke
- 4x Merino-Unterhosen
- 4x Merino-Socken
- 1 Set lange Merino-Unterwäsche
- Sonnenbrille (polarisiert)
- Buff
- Leichte und warme Handschuhe
- Mütze/Beanie und Cap
- Gefütterte Hüttenschuhe
- Reiseapotheke
- Erste-Hilfe-Set (inkl. Verbände, Rettungsdecke, Pinzette, etc.)
- Ibuprofen gegen Kopfschmerzen
- Imodium akut gegen Durchfall
- Elektrolyte gegen Dehydrierung
- Buscopan gegen Magenkrämpfe
- Antiemetika (z.B. Vomex) gegen Übelkeit und Erbrechen
- Grippostad gegen Erkältungssymptome
- Halstabletten oder Hustenbonbons
- (Blasen-)Pflaster
- Desinfektions-/Wundspray
- Ohropax
- Hygiene
- Sonnencreme mit LSF 50
- Lippenbalsam (ebenfalls mit LSF)
- Feuchte Tücher
- 2x Toilettenpapier
- Universalseife (ökologisch abbaubar)
- Desinfektionsgel
- Schnell trocknendes Mikrofaserhandtuch
- Feuchtigkeitscreme für Gesicht und Hände
- Kleine Wäscheleine
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